Abendstimmung über Göreme, Kappadokien, Türkei (© ONNAJA/Getty Images)
Wenn der Abend über Göreme in der türkischen Region Kappadokien hereinbricht, verwandelt sich die Landschaft in ein faszinierendes Lichterspiel. Über Jahrtausende haben Wind und Temperaturschwankungen aus weichem Tuffstein die berühmten Feenkamine geformt. Dieses UNESCO‑Welterbe beeindruckt nicht nur durch seine außergewöhnliche Geologie, sondern auch durch eine tief reichende Geschichte. Unter der Oberfläche erstreckt sich ein weit verzweigtes Netz unterirdischer Städte und mehr als 600 Höhlenkirchen, von denen einige noch gut erhaltene Fresken zeigen.
Auch aus deutscher Perspektive wirkt diese Felsenwelt überraschend vertraut. Wer die zerklüfteten Sandsteintürme der Sächsischen Schweiz oder die Formen der Teufelsmauer im Harz kennt, erkennt die Kraft der natürlichen Erosion sofort wieder. Doch in Kappadokien zeigt sie sich in einer Dichte und Weite, die weltweit einzigartig ist. Wenn das warme Abendlicht die Täler färbt, treffen Naturgeschichte und frühe Baukunst zu einem Moment zusammen, der diese Landschaft besonders eindrucksvoll macht.